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So entstehen meine Filme
Die Aufnahme
Die Aufnahmen für den Film beginnen im zeitigen Frühjahr, wenn die Natur
aus dem Winterschlaf erwacht. Weil die Szenen meistens bei mir im Garten
gedreht werden, kann ich jede freie Minute für Filmaufnahmen nutzen und
muss keine langen Wege oder gar Reisen machen. Oft werde ich aber von den
Tieren überrascht und muss schnell reagieren. So war es bei dem Libellenfilm.
Drei Jahre musste ich warten, bis ich vernünftige Aufnahmen vom Schlüpfen
der Libelle bekam. In den Publikationen war immer vom Schlüpfen der Libellen
in den frühen Morgenstunden die Rede. Ich kam immer zu spät. Bis ich entdeckte,
das die Libellen bei mir am Teich nachts um 23.00 Uhr schlüpften.
Bevor man also an die Aufnahmen geht, sollten die Tiere eingehend studiert
werden. Aber auch dann ist man vor Überraschungen nicht sicher.
Beim Schneckenfilm paarten sich die Weinbergschnecken wie gewünscht. Aber Eier
legten sie keine. Beim Mäusefilm wurde Winter verlangt, aber der Film sollte
zum Oktober zum Wettbewerb. Gott sei Dank gab es CASABLANCA. Der Winter
wurde einfach nachgestaltet.
So ist nun mal Film. Der Zuschauer darf die Tricks, die man anwendet allerdings nicht sofort bemerken.
Beim Totholzfilm verlangte ich im Vordergrund eine Assel und im Hintergrund am Himmel ein
Gewitter. Auch hier half der Computer mit Bluebox und Effektprogramm.
Irgendwann werden dann die Aufnahmen beendet und der Schnitt beginnt.
Allerdings kommt es vor, dass ich schon beim Filmschnitt feststelle, dass noch
ein paar Lückenfüller nachgedreht werden müssen. Natürlich entstehen auch
viele wertvolle Szenen nebenbei von anderen Tieren. Ich sammele sie. Vielleicht
entsteht daraus irgendwann ein neuer Film. Damit ich sie dann wieder
finde, gibt es bei mir ein Archivierungssystem.
So kann ich jederzeit schnell
entsprechende Szenen finden, ohne das ich die vielen Kassetten durchsuchen
muss.
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