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So entstehen meine Filme

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Vorwort

Seit einigen Jahren erstelle ich Naturfilme, die auf vielen Wettbewerben auch Preise erhielten. Bevor ich mich an die Dreharbeiten eines neuen Filmes mache, überlege ich mir schon im Winter mein neues Filmvorhaben für das nächste Jahr.

Was will ich machen? Um welche Tierart soll es sich handeln? Kann ich das Projekt überhaupt in Angriff nehmen und realisieren? Alle diese Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden. Ist eine Entscheidung gefallen, beginne ich mit den Recherchen. Ich informiere mich eingehend über die Tiere.


Fachzeitschriften

So kann ich später bei den Aufnahmen schon einige Verhaltensweisen der Tiere berücksichtigen. Wenn ich weiß, dass ein Marienkäfer immer zur höchsten Stelle krabbeln will, kann ich meine Kamera schon auf diesen Punkt einrichten. Manchmal entwerfe ich auch schon Textbausteine. Ich sammele sie im Computer, kann sie jederzeit verändern und so den Text immer neuen Situation anpassen. Später bei den Aufnahmen kann ich zu dem Text dann die Bilder herstellen.

Am besten wäre es, wenn man eine kleine Geschichte erzählen könnte. Dadurch kann man etwas Spannung auch in Naturfilme bringen. Aus diesem Grunde müssen einige Aufnahmen einfach ein bisschen arrangiert werden, in dem ich auch mal Lebensräume nachgestallte. Werden dann die Aufnahmen im „Studio“ gemacht, muss man auf eine richtige Beleuchtung achten, die mit den im Freien gemachten Aufnahmen etwa gleich kommt. Hier habe ich mir einige Standards erarbeitet.

Auch bei Außenaufnahmen setzte ich gerne eine zusätzliche Beleuchtung ein ( Kunstlicht, Akkuleuchte mit Blaufilter- damit das gelbe Kunstlicht in Tageslicht um gewandelt wird - oder ohne Filter zur Erzielung von Lichtstimmungen). Mitunter werden Szenen auch mit einer hellen Folie aufgehellt. Auch hier können Lichtstimmungen durch die Farbe der Folie erzeugt werden. Ein weiter Grund für Studioaufnahmen liegt bei kleinen Tieren ( Blattläusen u.s.w.) darin, dass man die Bewegungen des Motivs, welche durch Wind entstehen, vermeiden kann.

Durch die überaus großen Abbildungsmaßstäbe die ich mit den verschiedensten Objektiven erzielen kann, habe ich häufig nur eine geringe Tiefenschärfe. Ich bin also gezwungen auf ein ruhiges Motiv zu achten und das Objektiv abzublenden. Arbeite ich mit Nahlinsen, kann ich auch erst ab der Blende 8 mit ausreichender Schärfe rechnen. Für mich also ein Grund mehr, für Nahaufnahmen eben feste Brennweiten ohne Vorsatzlinsen zu benutzen, die bei großen Blendenöffnungen eben keine Randunschärfen erzeugen.

Viele Kamerahersteller bieten Makroeinstellungen bei ihren Varioobjektiven an. Sie lassen sich in den meisten Fällen nicht benutzen. Es wird damit der Abstand zu dem Motiv unterschritten und man gerät dann in die Fluchtdistanzen der Tiere.

Gute Aufnahmen werden damit häufig zum Lotteriespiel. Außerdem kann der Hintergrund (damit sich die Tiere von der Umgebung besser abheben) nicht so leicht unscharf dargestellt werden.

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